| Malta – mehr als Wracks und alte Tempel Ein Bericht von Naemi Reymann |
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Die Wracks |
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Zum nächsten Schiff „Scott Craig“ (auch „Popeye’s Barge“ genannt) ist es von da aus nicht weit. Sie liegt in der „Anchor Bay“ in Sichtweite zur verwinkelten Filmkulissenstadt. Man ließ diese schottische Autofähre 1980 nach den Dreharbeiten für den Popeye-Film (u. a. mit Robin Williams) vollaufen und versenkte sie ebenfalls als künstliches Wrack. Nun ist sie an bestimmten Stellen von Oktopus und Muräne bewohnt – unser Tauchguide Dieter führte uns zu ihnen. |
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Das Wetter wurde schlechter – die P29 rückte weiter in die Ferne, wir mussten auf die Ostküste der Insel ausweichen, so ging es in den Süden der Insel. Ein malerischer kleiner Küstenort an der Südspitze der Insel, massenhaft Katzen, eine sehr, sehr steile nasse Straße, mit Glück der letzte freie nahe Parkplatz, die 15 Liter Flasche auf dem Rücken und dazu ein steiler Einstieg Richtung Fahrrinne nahe der Blauen Grotte – so gestaltete sich für uns der Erstkontakt mit Wied-Iz-Zurrieq. Riesig erscheint an der tiefsten Stelle auf 36 Metern die mit Flechten bewachsene riesige Schiffsschraube und das ist erst der Auftakt. Der arabische und englische „No Smoking“ Hinweis an der Wand auf Deck der „Um El Faroud“ mutet etwas seltsam an, ist es doch seit 1998 gar nicht mehr möglich an Deck des Öltankers zu rauchen. Denn seit dieser Zeit liegt der riesige libysche 109-m Frachter 25 bis 35 Meter tief auf Grund. |
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Es ist faszinierend, über das Deck, durch die Räume und durch das Treppenhaus zu schweben: Steuer- Maschinen-, Funk- und Speiseraum können betaucht werden. Bei aller Faszination: Ein Spot eher für geübte Taucher, auch wenn Fenster und Türen demontiert und somit für Taucher sicher gemacht wurden. Mit 14 Metern Breite und rund 23 Metern Höhe ist der Kahn beeindruckend groß. Hin und wieder erscheinen sogar ein paar bunte Papageienfische (die typische Mittelmeersorte – nicht zu verwechselnd mit den verwandten Arten aus dem Roten Meer). Beim Austauchen hören wir über uns das permanente Brummern der mit Touristen gefüllten Motorboote, die Richtung blaue Grotte (nach dem Vorbild auf Capri benannt) steuern. Dann schon lieber mit der Sepia am Grund beschäftigen... |
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Wir haben uns beim Folgetauchgang bei Wied-Iz-Zurrieq ein Taucherdenkmal und zwei kleine schön bunt bewachsene Minigrotten ausgesucht und den Meerbarben und Schraubensabellen vor Ort einen kleinen Besuch abgestattet. Höhlentauchen auf Malta – ein Extra-Thema... |
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Das Wetter wurde stürmischer und so hieß es ausweichen auf Spots, die viele Tauchschulen der Insel ebenfalls notgedrungen als Ausweichtauchspot wählten: Mit dem Jeep geht es Richtung Hauptstadt Valetta in den Südosten der Insel zur „St. Elmo Bay“. Wie in Hafenanlagen üblich ist die Sicht eher schlechter und es liegt eine Menge Gerümpel auf Grund, auch teilen wir uns den Sport mit mehreren Tauchgruppen. 1942 wurde der Zerstörer „HMS Maori“ in der Bay versenkt und liegt nun auf 13-17. Ein Fundstück des Wracks trägt noch eine Inschrift mit der Jahreszahl 1941. Wir tauchen nicht in dem Wrack, auch da es nicht mehr stabil ist und man nie weiß, wann solch ein altes Schiff weiter in sich zerfällt. |
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Die Eisenträger der einstigen Decksaufbauten sind über und über mit Pflanzen überzogen, der Rest erscheint rostbraun. Bug und Heck weisen erhebliche Schäden der Bombardierung auf und mir wird bewusst, dass ich gerade an einem Friedhof tauchen gehe. An einem riesigen Sarg aus Kriegszeiten. 1937 lief die Maori, ein britischer Zerstörer der Tribal-Klasse, vom Stapel und hatte turbulente Zeiten vor sich: Zu Beginn des zweiten Weltkriegs in Alexandria eskortierte sie Konvois der Allierten durch den Nordatlantik. 1941 gelang es ihr sogar, den Radarkontakt zur „Bismarck“ herzustellen, Deutschlands berühmtesten Schlachtschiff. 1942 lag „Her Majesty’s Ship Maori“ dann am Eingang der maltesischen Dockyard Creek als eine deutsche Bombe den Maschinenraum traf und das Schiff heckwärts in die Tiefe versank. |
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Maltas kleine Schwestern Gozo und Comino |
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