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In der Systematik (oder auch Taxonomie) ordnet man Tier- und Pflanzenarten nach einem hierarchischen System zu (vom „Reich“ bis zur „Art“). Haie sind in acht Ordnungen eingegliedert.
In der Biologie gelten die Zähne mit zu den aussagekräftigsten Hai-Merkmalen. Sie sind begehrte Forschungsobjekte, da sie über Jahrmillionen erhalten bleiben: Zeitkapseln mit Informationen über Lebensweise, Nahrung und Evolution. Die nicht vorhandene Schwimmblase gleicht der Hai mit seiner Leber aus und ist dadurch perfekt austariert. Nur wenige Arten können aktiv atmen, die meisten müssen ständig mit geöffnetem Maul schwimmen (Zähne zeigen ist also keine Drohgebärde!). So passiert es, das im Netz gefangene Haie als Dauerschwimmer durch Ertrinken sterben. Haie vermehren sich langsam, einige legen Eier
(Oviparie), andere sind lebendgebärend (Viviparie).
Auch der Bereich der Sinne und Sensorik fasziniert: Ein Hai
verfügt über hoch entwickelte visuelle, akustische, mechanische, elektrische und chemische Sinne, insgesamt sind es sieben. Dank der Lorenzinischen Ampullen nimmt er geringste elektrische Felder wahr, er sieht sehr gut (nachts besser als jede Katze) und manche haben sogar ein drittes Augenlid. Durch sein Seitenlinienorgan nimmt er mechanische Veränderungen auf (z.B. ein zappelnder Fisch als Beute, das ist im Übrigen auch einer der Gründe, warum es in Hainähe nicht so ratsam ist, mit den Händen im Wasser zu plantschen!). Sein Riechorgan ist 10.000 mal empfindlicher als das menschliche. Haie sind in der Lage, einen Tropfen Fisch- oder Muschelextrakt in einem 2000 Kubikmeter großen Wasserbecken zu riechen. Ihr Gehör ist auf den Niederfrequenzbereich ausgerichtet, so dass sie z.B. zappelnde Fische wahrnehmen können. Im Gegensatz zu uns Tauchern können sie auch richtungsbestimmt hören, auf große Entfernung. Schließlich das Schmecken: Hier gilt der „Probebiss“, nach dem Geschmack wird entschieden, ob eine Beute gefressen wird oder nicht.
Im Idealfall wissen Taucher mehr über Identifikation und Bestimmung eines Hais. Harry meinte hier zu uns: „Zeige mir deine Zähne und ich sage dir, wer du bist, was du isst und wie
(potentiell) gefährlich du bist“. Aus sicherer Entfernung hilft uns auch die Flossenanordnung bei der Zuordnung. Für die Kommunikation unter Tauchern und an Board gibt es sogar
eine in Italien von der Sharkacademy entwickelte Zeichensprache zu den wichtigsten Hai-Namen (so bedeutet der hawaiianische Gruß unterwasser beispielsweise „Sandtigerhai“). Harry lässt uns „Haiarten raten“.
Um zu wissen, wie man sich in der Nähe von ihnen verhalten soll, sollte man ihre Sprache kennen, die
„Language of Sharks“: Haie sind von Natur aus sehr neugierig, alles wird überprüft. Sie inspizieren kreisförmig in bestimmten Zonen. Angefüttert kann ihr Verhalten völlig verändert sein; so sehr, dass der innere Kreis einer Fluchtdistanz aufgehoben sein kann. Für kleinere Haie sind wir Taucher eher uninteressant, für größere gilt dies nicht unbedingt (im Zweifel wird „probiert“). Taucher sollten sich Haien gegenüber angemessen verhalten und wissen, wo sie vorkommen (es gibt z.B. auch Arten in Flussmündungen!). Die Organisation Sharkprojekt e.V. hat zusammen mit kommerziellen Anbietern, Tauchguides und Tauchern Verhaltensempfehlungen für die
Interaktion mit Haien erstellt. Sharkproject strebt zudem einen Mittelweg zwischen Schutz und Ökotourismus an.
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